Lied-Duo mit Norman Shetler

 

 Orangerie - Matinee

"Mit feinem Klang das Geheimnis Schuberts erspürt"

"Gut, wenn nichts Wichtiges schief geht: Beim ersten Konzert in der neuen Reihe der Orangerie-Matineen am Schloss Rheda ließ Star-Pianist Norman Shetler, Klavierbegleiter der Gütersloher Sopranistin Gudrun Elpert-Resch, zwei Stücke der abgesprochenen Liedfolge aus. Doch schnell bremste ihn die Sängerin, als er kraftvoll Schuberts "Auf der Riesenkoppe" begann. "Gipfelstürmer" nannte sie ihn schelmisch. Zum 175. Todestag des Komponisten interpretierten die beiden Künstler teils selten gehörte, teils bekannte Lieder. Es wurde eine der fesselndsten Schubert- Darbietungen seit langem.

Auffällig und charakteristisch an Elpert-Reschs Gesang ist sein Farbenreichtum,   die Ausleuchtung des Textes mit klangfärberischen Mitteln. So gelang ihr ein wunderbar schnippischer Tonfall in mancher Textzeile. Sie lachte mit dem Klang der Stimme.

Und diese Stimme darf als Ereignis an sich gelten: Zart und weich, doch zu kraftvoller Ausladung fähig, hell-leuchtend und obertonreich, doch gleichzeitig düster-melancholischer Farben mächtig, so in dem tief empfundenen Klagegesang "Kolmas Klage". Schlicht und schön sang Elpert-Resch einige italienische Kanzonen Schuberts, zeigte ihre technische und stilistische Sicherheit, geschult bei so vortrefflichen Lehrern wie etwa Agnes Giebel, Thomas Quasthoff und der großen Elisabeth Schwarzkopf. Tatsächlich ist der Einfluss der Schwarzkopf, die ihr Privatunterricht erteilte, am deutlichsten hörbar. Absichtsloses Geschehenlassen ist jedenfalls nicht Elpert-Reschs Sache, vielmehr rang sie darum, die Emotionen der Lieder, selbst jähe Stimmungswechsel, spürbar werden zu lassen. Auf diese Weise spürte sie dem Geheimnis des Liedkomponisten Schubert nach, unterstützt nicht nur von Shetler, sondern auch von Moderatorin Ina Göhring, die Schubert-Briefe vorlas.

Großartig gelang beiden Interpreten die weitgeschwungene Kantilene "Nacht und Träume", die zu den schwierigsten Werken der gesamten Literatur gehört und sowohl Eleganz als auch Kraft und langen Atem erfordert. Doch auch oft gehörte Lieder wie das Heidenröslein, und sogar das allzu vertraute "Ave Maria" gerieten so zu Unerhörtem - mit Stil und großer Natürlichkeit.

Unnötig zu sagen, dass Norman Shetler, Begleiter großer Liedersänger wie Dietrich Fischer-Dieskau und Peter Schreier, seinen Anteil am Gelingen der Matinee hatte. Großartig, wie er mit der Sängerin mitging, teilweise ihre Interpretation vorauszuahnen schien. Mit drei "Moments musicaux" zeigte er sich zudem als Klaviervirtuose."

                                                        Thomas Strünkelnberg (Die Glocke)

Flash ist Pflicht!
Modest Mussorgsky, Die Puppe

 

 

© Gudrun Elpert-Resch   Hohenzollernstraße 23    33330 Gütersloh  

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